wwhite Administrator

Anmeldungsdatum: 10.06.2006 Beiträge: 46
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Verfasst am: 10.06.2006, 17:22 Titel: Der Tiefe Fall und Kurzfrisige Aufstieg |
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Nach dem dritten Weltmeistertitel scheint die deutsche Nationalelf in eine tiefe Sinnkrise zu stürzen. Auf jeden "Tiefpunkt" folgt ein noch "tieferer Tiefpunkt", wie Rudi Völler (Foto: ddp) es im Fernsehinterview mit Waldemar Hartmann 2003, trotz des kurzfristigen Aufstiegs aus der Versenkung 2002, so schön umschreibt.
1994: WM der Tragödien
Der Zauberfussball der brasilianischen "Seleção" wird während der WM 1994 in den USA von schrecklichen Schlagzeilen überschattet: nach einem Eigentor des kolumbianischen Nationalspielers Andrés Escobar wird der Verteidiger auf offener Straße mit zwölf Schüssen ermordet.
Wenig später fällt der bis dato überragende argentinische Fussballstar Maradona durch eine positive Dopingprobe auf und wird durch die FIFA gesperrt. Einer der größten Fussballer aller Zeiten schafft es nie wieder an seine überragenden Leistungen anzuknüpfen.
Aus deutscher Sicht bleibt neben dem enttäuschenden Aus im Viertelfinale gegen Bulgarien vor allem Effenbergs "Stinkefinger" in Richtung der deutschen Fans in Erinnerung. "Effe", dessen frühe Auswechslung von deutschen Anhängern lautstark gefeiert wird, fliegt daraufhin aus Vogts Team und leitet durch seinen Aufreger indirekt die Talfahrt der DFB-Elf ein.
1998: Französische Dominanz
Die "Équipe Tricolor" dominiert als Gastgeber 1998 seine Gegener scheinbar nach belieben. Angeführt vom beinahe fehlerlosen Zinedine Zidane und unterstützt von 80 Mio frenetischen Franzosen besiegen "Les Bleus" auch den Favoriten Brasilien mit beängstigender Leichtigkeit und Souveranität.
Deutschland, als Europameister ins Tunier gestartet, entäuscht auf ganzer Linie und provoziert durch schwaches Auftreten Berti Vogts Rücktritt als Nationaltrainer. Einzig Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kann bei seiner fünften WM-Teilnahme an seine alte Stärke anknüpfen.
2002: Ein Weltmeister führt den DFB aus der Versenkung
Beim Fußball weinen auch Männer: Trauriger Fan nach dem 2:0 gegen Brasilien. Foto: ddp
Nachdem die deutsche Nationalmannschaft 1994 und 1998 jeweils im Viertelfinale scheitert, trauen die Experten der deutschen Auswahl bei der ersten WM auf asiatischem Boden kaum etwas zu. Doch der frische Wind des ´90er-Weltmeisters Rudi Völler scheint die junge Truppe zu beflügeln. Mit bescheidenen spielerischen Mitteln, dafür aber mit einer kämpferischen Höchstleistung schafft es das DFB-Team um den "Torwart-Titan" Oliver Kahn bis ins Finale.
Doch im Endspiel gibt es trotz der besten Tunierleistung für die Deutschen nichts zu holen. Doppeltorschützen Ronaldo und eine gefestigte brasilianische Mannschaft zerschlagen Deutschlands leise Träume vom vierten WM-Erfolg. |
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